Unseren großen deutschen Minnesänger Hartmann von Aue rechneten die Altvorderen zu den Zwölf alten Meistern und somit müssen dessen Werke einmal im Jahr von uns Panzertieren vorgetragen werden. Heute geschieht dies, weil wir mal wieder keinen Tag aus dem Leben unseres Barden kennen und heute ein Plätzchen in unserem Panzerschlacht- und Geburtstagskalender frei ist. Die Gelehrten vermuten, daß unser Hermann von Aue zwischen 1165 und 1215 gelebt haben könne. Aber das tun sie vor allem aufgrund der Werke unseres Minnesängers und so tappen wir leider im Dunkeln. Sicher aber ist, daß uns seine Werke im Ambraser Heldenbuch und der Heidelberger Liederhandschrift überliefert sind. Neben einigen Liedern sind dies „Das Klagebüchlein“ und die Heldenlieder „Iwein mit dem Löwen“ und „Erec“ sowie die Erzählungen „Gregorius“ und „Der arme Heinrich“, welche allesamt ein unverzichtbarer Teil eurer Panzerbüchersammlung sein sollten. Richard Wagners Meisterwerk „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ hat sich die Karo für unseren Hermann von Aue ausgesucht, wenn dieser auch gemeinerweise in der Tondichtung nicht vorkommt: https://www.youtube.com/watch?v=36g3-teFoSM In Neudeutsche übertragen hat die Heldendichtung „Iwein mit dem Löwen“ von unserem Barden unser Gelehrter Wolf Heinrich von Baudissin und so muß euch die Karo nicht mit der altdeutschen Urfassung quälen. Vom Zauberbronnen hört ihr nun daraus: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10130268_00001.html „Wer an rechte Güte Wendet sein Gemüte, Dem folgen Heil und Ehre. Des gibt gewisse Lehre König Artus der Gute, Der mit Rittermute Ruhmwürdig konnte streiten. Ihm ward bei seinen Zeiten So herrlich Lob zum Lohne, Daß er der Ehren Krone Da trug, und trägt sie noch zur Stund. Des ward die Wahrheit kund, Denn seine Landesleute Sagen, er lebe noch heute. Er hat den Kranz erworben: Ist ihm der Leib gestorben, Lebt doch sein Name fort und fort; Kein Schimpf, kein lästernd Wort Hat jemals den versehrt, Der noch auf seinen Wegen fährt. Ein Ritter der die Kunst verstand Zu lesen, was er in Büchern fand, Daß wenn er nach den Waffen Sich Muße konnte schaffen, Er oftmals auch der Dichtung pflag Wie man gern sie hören mag, Und Lust und Fleiß daran gewandt: – Hartmann war er genannt, Als Dienstmann auf der Au verpflichtet: – Der hat diese Märe gedichtet. Es hatte König Artus wohl In seinem Schloß zu Caridoel Zu Pfingsten sich ein Fest geschart, Glänzend und reich, nach seiner Art: So voller Pracht und Herrlichkeit, Daß er nicht vor noch nach der Zeit Irgend ein schön'res je gewann. Gabs dort auch einen neidischen Mann Von nicht'gem Sinn und wenig Werth, So ward doch nie ein Hof verklärt Zu keinen Zeiten, fern und nah, Durch gute Ritter, so wie da. Auch war ihnen dort gegeben In aller Weis' ein erwünschtes Leben: Nach Herzens Neigung dienten sie Manch edler Magd und Frau allhie, Den schönsten im Reiche weit und breit. Es schmerzt mich wahrlich allezeit, Und hilf' es, wollt ich's klagen, Daß heut in unsern Tagen Solch Frohsein aus der Welt geschwunden, Wie man's in jener Zeit empfunden. Doch müssen wir auch jetzt uns freun! Ich wollte da nicht gewesen sein Und nun des Lichts entbehren, Wo ihre Mär' zu hören Uns noch erquicken mag und stärken: Sie aber freuten sich an den Werken. König Artus und sein Gemahl, Jedweder von beiden zumahl Auf ihr Vergnügen war bedacht. Am Pfingsttag als man das Mahl vollbracht, Wählt jeder sich was auf der Welt Ihm baß behagt und gefällt: Die sprachen mit Frauen wohlgetan, Die rangen und schwenkten sich auf dem Plan, Die tanzten, andre sangen, Die liefen, andre sprangen, Noch andre hörten Saitenspiel, Die schossen nach dem Ziel, Die sprachen von Mühsal und schwerer Zeit, Die von Mut und kühner Tapferkeit. Gawein prüfte sich Waffen, Keye legt sich schlafen Auf die erhöhten Stufen hin: Auf Gemach ohne Ehre stand sein Sinn. Der König Artus und sein Gemahl, Die hatten auch sich in dem Saal Beide an der Hand gefaßt, Und gingen durch den Palast In der Kemenaten eine: Da legten sie sich zum Schlaf, ich meine, Wohl mehr noch aus Geselligkeit, Als wegen träger Müdigkeit: Und beide sie entschliefen hier. Da blieben beisammen Ritter vier, Dodines und Gawein, Segremors und Iwein, Auch lag daneben nahe bei Der neidische ungeschliffne Key, Außerhalb an der Wand: Der sechste war Kalogreant. Der begunnte eine Märe Von großem Mißgeschick und Schwere, Und wie er Sieg und Glück verfehlt. Er hatte wenig noch erzählt, Da erwachte die Königin, Und horchte nach seinen Reden hin; Ließ liegen den König ihren Gemahl, Und vom Lager hinweg sich stahl. Drauf kam sie also ruhig nah, Daß Keiner von Allen sie ersah, Bis sie hinzu gegangen leise, Und stand mit Eins in ihrem Kreise. Keiner als nur Kalogreant Sprang ihr entgegen gleich zuhand, Und neigte sich, sie zu empfahn. Key aber, der widerspenstge Mann Zeigt seinen alten Groll und Neid: Ihm war des Mannes Ehre leid, Darum schilt er ihn bitter, Und meistert den guten Ritter. So sprach er: „Herr Kalogreant, Uns war schon lange das bekannt, Von allen Rittern fern und nah Sei Keiner so fein und so courtois Als Ihr Euch dünkt in Eurem Wahn: Es sei Euch nicht zuviel getan Euch oben an zu stellen Vor allen Euern Gesellen. Euch gebührt der Preis allein, Auch meine Frau gesteht das ein, Sie kränkt Euch sonst an Eurem Recht. Eure Tugend ist also echt, Und Ihr dünket Euch so vollkommen! Ihr habt Euch herausgenommen, Und verlangt, ich weiß nicht was: Keiner von uns ja wär' so laß, Hätt' er die Königin erblickt, Er hätte sich vor ihr gebückt, Und grade so wie Ihr getan. Doch weil wir eben sie nicht sah'n, Oder des All' vergaßen, Und sämtlich stille saßen, Mußtet Ihr sitzen, so wie wir.“ ...“

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